Exkursionsbericht vom 08. Oktober 2009
 

Am wahrscheinlich letzten schönen und angenehm warmen Tag dieses Jahres waren die dritten Klassen der EHS Mistelbach unterwegs in das Waldviertel. Bereits um 800 starteten 61 Schüler und Schülerinnen sowie 4 Lehrkräfte in Richtung Rosenburg. Unser Weg führte uns mit einem Stockautobus über Ernstbrunn, Hollabrunn, Eggenburg in Richtung Horn. Am Fuße der Rosenburg (die wir von da unten noch nicht erblicken konnten) stiegen wir aus dem komfortablen Reisebus aus, um, wie einst die Wasserträger das Wasser vom Kamp bis zur Burg getragen haben, nun selbst diesen beschwerlichen Weg anzutreten.

Durch den Turnierhof führte unser Weg zum  ehemaligen Wohntrakt der Burg.

Um 1015 erreichten wir schließlich den Turnierhof der Burg, den größten erhaltenen Turnierhof Europas. Da die Greifvogelschau erst um 1100 startete, stärkten wir uns zunächst im Hofe der Burg. Anschließend nahmen wir eigentlich als Zuschauer an der Flugvorführung der Falkner teil. Manchmal fühlte man sich jedoch als Zuseher wie der Falkner persönlich, da die Tiere in dieser Vorstellung unmittelbar über unsere Köpfe hinwegsegelten.

Nach ca. einer Stunde eindrucksvoller Beobachtung der Flugvorführung startete unsere Tour durch die Rosenburg. Dazu wurden die drei Klassen auf zwei Gruppen aufgeteilt und getrennt durch die Burg geführt. Eine Gruppe wurde sogar vom Hausherrn persönlich durch die Gemächer geleitet. Die Familie Hoyos, welcher zur damaligen Zeit 99 Besitztümer gehörten, stammte ursprünglich aus Spanien und war im Gefolge von Erzherzog Ferdinand nach Österreich gekommen.


Das Wappen der Familie Hoyos


Der Burgfried

Unsere Führung begann am Fuße des Bergfriedes dieser Burg, der in früheren Jahren als Schutz für die Bevölkerung diente und mittlerweile wohnlich ausgebaut wurde. Durch mehrere Gemächer hindurch, wie dem Roten Salon, dem Waffensaal, dem Musikzimmer und den Schlafgemächern der Damen (Kemenaten) führte unser Weg. Dabei erfuhren wir zum Teil ganz spannende Geschichten über die Ursprünge diverser Redewendungen unseres Sprachgebrauchs. Zum Beispiel wie der „Donnerbalken“ (stilles Örtchen) zu seinem Namen kam, oder warum Ritter nicht unbedingt glücklich waren, wenn „man auf den Hund gekommen ist“. Der Waffensaal mit den zahlreichen Rüstungen, Hieb- und Stichwaffen und sogar kleinen Kanonen beeindruckte nicht nur die Burschen. Gegen 1315 verließ nun auch die zweite Gruppe wieder das innere der Rosenburg und alle bedankten sich für die interessante Führung durch diese Liegenschaft der Familie Hoyos.

Wir machten uns nun rasch auf den Weg um pünktlich bei unserer vereinbarten Besichtigungstour in der Maissauer Amethystwelt zu sein. Etwas verspätet in Maissau angekommen, wurden wir nun gemeinsam durch das Besucherzentrum und den Amethyststollen geführt. Als Einleitung auf das, was uns erwarten würde, wurde uns eine Multimedia-Show vorgeführt, in der uns ein gewisser „Max Dachs“ etwas über die Entstehung und den Aufbau von Amethysten erzählte und wie diese zu ihrer sonderbar violetten Farbe kamen. Im Stollen konnten wir uns nun persönlich ein Bild von der Größe dieses Bänderamethysts machen, der vor 280 Millionen Jahren entstand.


Der Amethyst erhält seine violette Farbe durch Erdstrahlen.

Am Ende unserer Erlebnistour stürmten wir noch das Besucherzentrum und ergatterten ein paar Souvenirs für zu Hause. Kurz nach 1600 kamen wir in Mistelbach an und genossen nun noch die letzten Sonnenstunden auf unserem Weg nach Hause.